So fermentierst Du Mohrrüben, die wirklich lecker schmecken

Fermentierte Möhren, sicher und einfach

Mit der Mohrrübe fing alles an:
Vor ungefähr zwanzig Jahren, als das Internet in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht angekommen war,gab es Informationen nur in Bücher, man sollte es kaum glauben. Als Stadtflüchter war damals eines der wichtigsten Bücher „Der Haltbarmach-Almanach„, denn das Leben auf dem Lande war für mich Neuland, nicht nur in Bezug auf die Lebensmittel.
Damalst bin ich das erste Mal mit dem sauren Kraut der Karotte in Berührung gekommen und das Fermentier-Fieber hat mich seitdem nicht mehr losgelassen. Fermentierte Möhren sind einfach herzustellen, haben einen tollen Geschmack und sind der perfekte Einstieg in das weite Feld der Fermentation. 

Einführung

Über mich

von: Martin Pierags

Ich liebe den Minimalismus, deswegen mag ich es beim Fermentieren auch einfach!
Seit vielen Jahren fermentiere ich und meine Vision ist, dass die Fermentation so normal wird, wie Kuchen backen oder Kochen.
In meinen Kursen lernst Du ganz schnell und interaktiv, wie Du ohne Angst dein erstes Ferment selber herstellst.

 

Zutaten

  • 0,8 Kilo Möhren
  • 1 Apfel
  • 16 Gramm Salz

optional

  • 1 Blatt Lorbeer
  • 1/2 Teelöffel Kümmel
  • 1/2 Teelöffel Piment
  • 1/2 Teelöffel Mutterkümmel

Zusätzlich zu den Zutaten benötigst Du noch ein 1 Liter-Glas, entweder ein klassisches Weckglas oder eines mit einem Schnappverschluss. Sinnvoll ist auch eine Waage, mit der Du deine Zutaten wiegen kannst. 

Fermentierte Möhren, Schritt für Schritt

Vorbereitung
  • Stelle alle benötigten Zutaten bereit
  • Möhren säubern und je nach Belieben schälen oder mit der Schale belassen
  • Blattansatz an der Möhre lassen, dann hast Du mehr zum Anfassen beim Reiben
  • Möhren/ Äpfel wiegen und Salz berechnen/abwiegen: Pro Kilogramm Gemüse benötigst Du 20 Gramm Salz (siehe auch hier)

Los geht`s
  • Möhren reiben, grob oder fein
  • Äpfel mit Schale grob reiben (die zersetzen sich sowieso)
  • Kneten bis Saft austritt, bei groben Mohrrüben mehr kneten, bei feinen weniger
  • Falls Karotten schon alt und trocken sind, mehr Äpfel reiben
  • Salz und Gewürze hinzufügen
  • Alles gut vermischen
Reifen im Glas
  •  Ins Bügelglas einfüllen und mind. 2 Finger breit Luft bis zur Oberkante lassen
  • Glas verschliessen und auf Unterteller stellen, ca. ein bis 2 Wochen bei Zimmertemperatur warten und blubbern lassen
  • Wenn es nicht mehr blubbert für 1 bis 3 Wochen kühl im Keller/ in der Speisekammer ziehen lassen, je nach gewünschtem Geschmack und Konsistenz.
Verzehr
  • Das einmal geöffnete Glas nach der Entnahme des Krauts wieder luftdicht verschliessen und ins Kühle stellen, so bleibt es maximal lange haltbar
  • Wenn Dir die Möhren zu sauer sind, so kannst Du sie durch einen frisch gerieben Kohlrabi, eine Gurke, frisch geriebene Apfel oder ähnliche neutrale Zutaten mildern. Auch frisches Leinöl schmeckt vortrefflich dazu.

ergänzende Hinweise 
  • Wenn es gegen Vollmond oder Neumond geht, kann es auch schon mal 3 Tage oder länger dauern, bis es anfängt zu blubbern. Sonst geht es spätestens nach 2 Tagen los. Beachte, dass genügend Luft im Glas verbleibt, sonst gibt es eine Überschwemmung durch die austretende Flüssigkeit, die übrigens auch sehr lecker ist…
  • Beschrifte dein Glas mit Datum und mache Dir Notizen über die Zutaten, damit Du im nächsten Jahr nicht wieder auf www.sauerkraut-online.de kommen musst, um dieses Rezept nachzuschlagen.

was sagen andere?

„Mit Martin wird das Fermentieren zur absoluten Leichtigkeit – inzwischen machen wir selber regelmäßig Sauerkraut. Bald will ich auch mit anderem Gemüse experimentieren!“

Joy

Mutter von 4 Kindern, Oldenburg

„Ich möchte Dir ganz herzlich dafür danken, dass Du mir mit dem Fermentierabend die Scheu vorm Fermentieren genommen hast. Und nicht nur dass. Du hast richtig Lust gemacht darauf. Denn ich liebe es, wenn es einfach ist. 
Bin gespannt auf das erste Ergebnis und darauf, was ich noch alles probiere.
Herzensdank aus dem Allgäu.“

Uwe

aus dem Allgäu

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Salzgurken einlegen

Es geht die Geschichte um, dass meine Großmutter aus Brandenburg an der Havel in der ehemaligen DDR das Polizeirevier meines Vaters in West-Berlin mit selbst eingemachten Salzgurken versorgt hat, weil sie so lecker waren. Sie kam aus der Nähe von Posen, und heute würde man sagen, es sind Salzgurken auf polnische Art oder „Ohne Kochen“. Das Rezept dafür ist leider nicht überliefert, aber ich habe von einer Freundin aus Polen leckere saure Gurken und ein paar Tipps mitgebracht, wie auch Dir ganz einfach gesunde und leckere Salzgurken im Glas ganz schnell gelingen.

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Rezept für ein Glas mit 1,5 Liter Inhalt

  • Gurken in kaltem Wasser waschen
  • 2 Knoblauchzehen mit Schale der Länge nach aufschneiden
  • ein großes Eichenblatt, optional Kirschblätter (machen die Gurken fester durch Tannine)
  • Dill mit Samenständen als Ganzes und optional ein Lorbeerblatt oder eine getrocknete Chillischote ins Glas legen
  • mit den größten Gurken unten anfangen, die bleiben ja im Glas am längsten liegen
  • in 1 Liter Wasser (am besten Osmosewasser oder abgekochtes Wasser) ca. 20 Gramm Salz auflösen (zur Berechnung kannst Du auch meinen Salzrechner nutzen)
  • ein paar Spalten Meerrettich oben auflegen
  • 1 bis 2 Tage das Glas ohne Deckel lassen, dann verschliessen
  • schon nach weiteren 3 Tagen sind die Gurken fertig, und können verzehrt oder in den kühlen Keller oder in den Kühlschrank gestellt werden
  • Nach dem Verzehr der Gurken kann die Lake zum Kochen einer leckeren Suppe genutzt werden oder wird mit dem Rand von Schwarzbrot zu einem erfrischenden Getränk fermentiert
  • auf dieselbe Art und Weise kann auch rote Bete im Ganzen fermentiert werden
  • Variation aus Ungarn: Tomaten und Paprika hinzufügen

Übrigens ist „Gurke“ eines der wenigen Worte, die wir aus dem polnischen Sprachgebrauch übernommen haben, „Saure Gurken heissen“ dort „Ogórki Kiszone“. Ich habe bisher kein wildes Ferment erlebt, was so viel gegärt und gesprudelt hat, wie dieses hier. Deswegen achte auf einen Untersatz, damit deine Salzgurken auf polnische Art nicht überlaufen.

P.S. Ich bin ja selten in einem Schnellrestaurant und noch seltener esse ich dort etwas Burger-Ähnliches. Letztens habe ich dann doch mal eine vegane Variante probiert, und das leckerste dabei war die saure Gurkenscheibe, die verdammt nach der selbstgemachten Variante schmeckt, oder?

Fermentierte Zwiebeln

Fermentierte Zwiebeln sind eine von unseren Lieblingsbeilagen, von denen ein Glas immer im Kühlschrank oder auf dem Tisch steht.

Hildegard von Bingen sagte vor vielen hunderten Jahren:
„Roh gegessen ist die Zwiebel so schädlich und giftig wie der Saft von Unkräutern, gekocht ist sie gesund, weil durch die Feuerhitze die in ihr vorhandenen Schädlichkeiten gemindert werden.“

Nun, ich kann ihr nur zum Teil beipflichten und obwohl ich es nicht so recht glauben mag, kann das Vorurteil gegenüber den rohen Zwiebeln nur daher kommen, dass sie mit Sicherheit keine fermentierten Zwiebeln probiert hat. Unserem Verständnis nach bezeichnen wir diese heutzutage als roh, denn sie werden nicht über 42 Grad erhitzt. Trotzdem erinnert mich der Geschmack an gebratene oder gedünstete Zwiebeln.
Sogar mein 6-jähriger Sohn sagte neulich am Abendbrot-Tisch: „Riechen tun sie nicht so gut, aber schmecken tun sie.“ Und nahm sich kurzerhand noch eine Gabel voll der fermentierten Spezialität direkt aus dem Glas.
Wir essen fermentierte Zwiebeln auf dem Brot, zu Kartoffelpüree und als Beilage zu allem Gebratenen, ganz speziell zu Falafel im Brotteig. Hmmm, wenn ich nur daran denke, läuft mir schon das Wasser im Mund zusammen.

Rezept für fermentierte Zwiebeln

Wie fast alle meine fermentierten Empfehlungen sind die eingelegten Zwiebeln sehr einfach nachzumachen. Du benötigst nur Zwiebeln und Salz. Aber in der Einfachheit liegt auch die höchste Vollendung, habe ich mal an anderer Stelle gehört 😉
Zum feinen Hobeln der Zwiebeln empfehle ich einen guten Gemüsehobel. Und eine Taucherbrille. Denn seitdem ich mit meinen Jungs ins Schwimmbad zum Tauchen gehe und wir alle eine Schwimmbrille besitzen, wird auch das Zwiebel hobeln zu einem Familienspass! Es funktioniert wirklich:  Meinen letzten Ansatz von knapp 2 Kilogramm Zwiebeln habe ich ohne eine Träne zu vergiessen fein gehobelt. Und tauchen macht auch Spass!

Für ein Bügelglas mit 1 Liter Fassungsvermögen benötigst Du ca. 850 Gramm Zwiebeln und knapp 20 Gramm Salz. Ist das Glas 2 Liter groß, passen dort 1,7 Kilogramm rein und es werden knapp 40 Gramm Salz zugefügt. Der Einfachheit halber habe ich einen Salzrechner erstellt, mit dem Du ganz einfach die richtige Menge Salz ermitteln kannst.

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Die Zwiebel (Bioqualität, möglichst groß und ohne Schale) hobelst Du auf der feinsten Einstellung, vermengst die Masse mit dem Salz und knetest sie dann solange, bis Zwiebelsaft austritt. Bei Zwiebeln nutze ich gerne den Handschutz zum Hobeln: der Wurzelansatz zeigt nach oben, damit die Zwiebel nicht in ihre Einzelteile zerfällt. Aber hier bleibt kein Strunk übrig, wie bei Kohl oder Apfel, an dem ich das Hobelgut gefahrlos über die Schneide schieben kann.
Danach fülle ich die Zwiebeln in das saubere Glas bis knapp unter die Glasverengung, drücke sie gut an, schreibe das Datum drauf und lasse es mindestens 2 Wochen im Warmen stehen. Falls der Zwiebelsaft wieder Erwarten nicht ausreicht, um die Zwiebeln zu bedecken, füllst Du noch ein bisschen Wasser nach. Beim nächsten Mal solltest Du dann aber länger kneten oder frischere Zwiebeln besorgen.
Wenn es nicht mehr blubbert, kann das Glas dann nochmal für ein bis zwei Wochen ins Kühle, um dann innerhalb kürzester Zeit verspeist zu werden. Das angebrochene Glas wird im Kühlschrank aufbewahrt.

Ähnlich lecker ist fermentierter Porree, der dazu auch noch wunderschön aussieht, wenn man ihn der Farbe nach ins Glas einfüllt, oder?

Zu welchen Speisen magst Du Deine fermentierten Zwiebeln am liebsten?

Wie kann ich leckeren veganen Frischkäse herstellen?

Fermentiertes Gemüse ist, wie Sauerkraut oder Kimchi, nur eine Möglichkeit, seinen Darm mit milchsauren Bakterien zu versorgen und dein zweites Gehirn mit ordentlichem Futter zu versorgen.  Eine davon ist dieser Frischkäse aus Cashew Kernen, den man mit Kräutern, fermentiertem Paprika oder fermentierten Rote Bete variieren kann.

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Über mich

von: Martin Pierags

Ich liebe den Minimalismus, deswegen mag ich es beim Fermentieren auch einfach!
Seit vielen Jahren fermentiere ich und meine Vision ist, dass die Fermentation so normal wird, wie Kuchen backen oder Kochen.
In meinen Kursen lernst Du ganz schnell und interaktiv, wie Du ohne Angst dein erstes Ferment selber herstellst.

 

Cashew-Frischkäse selber herstellen

Zutaten:

  • 500 g Cashewkerne, ganz oder in kleinen Stücken
  • knapp 500 ml Wasser
  • 20 g Salz

nach der Fermentation von ca. 2 Wochen

  • 4-5 Zehen Knoblauch
  • 3 g  getrockneter Dill oder
  • 200 g  fermentierter Paprika

Die angegebenen Zutaten gelten für ein Bügelglas mit 1 Liter Inhalt.
Anders als bei fermentierten Gemüse füllen wir das Glas bei ganzen Cashewnüssen bis knapp unter dem Gummi mit Wasser, denn die Cashewkerne nehmen einen Teil der Flüssigkeit auf  und der Wasserspiegel im Glas fällt, statt wie sonst zu steigen.

Wenn Du eine andere Menge zubereitest, kannst Du Dir mit meinem Salzrechner die richtige Salzmenge berechnen lassen.

Dann lasse ich das Glas mindestens 2 Wochen bei Zimmertemperatur stehen, um den Inhalt danach weiter zu verarbeiten.
Manchmal lasse ich das Glas mit den eingeweichten Cashewkerne auch länger stehen, weil ich nicht eher dazu komme, sie zu verarbeiten. Die Säure verändert sich kaum noch.

 Schritt für Schritt Anleitung für fermentierten Cashewkäse

Ab in den Mixer

Nach zwei Wochen können die fermentierten Nüsse verarbeitet werden. Zuerst fülle ich den Knoblauch und dann die Cashews zusammen mit dem Einweichwasser in einen Standmixer (mehr als 1 Kilo schafft meiner nicht). Jetzt wird es ein bisschen tricky, denn ich bringe den Motor unseres Hochgeschwindigkeitsmixers regelmäßig an seine Grenzen. Die Masse sollte nach dem Mixen schön glatt und nicht mehr krümelig sein; andererseits auch nicht zu flüssig, sonst läuft sie später vom Brot herunter. Das heisst also:
Durch die eher dicke Konsistenz fällt die Frischkäsemasse nicht so einfach ins Messer. Also nur kurz den Mixer anmachen, mit der Hand von unten an den Mixer klopfen und wieder den Mixer an. Das machst Du ein paar Mal, solange bis alles homogen vermischt ist. Alternativ nimmst Du den Stopfer oder giesst noch ein wenig Wasser hinterher. Wichtig ist ein kraftvoller Standmixer, denn hier braucht er ordentlich Power.
Du darfst aber keine neuen Nüsse hinzufügen, denn dann bekommen die Bakterien wieder Hunger und wollen fressen, was dann zu schaumigem Käse führt. 
Die Masse dickt noch ein wenig nach, so dass sie ruhig flüssiger in Gläser gefüllt werden kann, als die später gewünschte Konsistenz.

Optionen

Nachdem die fermentierten Nüsse nun ihre magische Verwandlung zum Frischkäse vollzogen haben, können wir noch unsere Geschmacksrichtungen hinzufügen. Dabei bietet sich fermentierter Paprika, Dill oder Rote Bete und Meerrettich an.  Gerade beim getrockneten Dill ist es ratsam, ihn nur unterzuheben, damit er nicht im Käse untergeht. So erreichen wir auch optisch noch ein Highlight. Beim Paprika ist es nicht ganz so schlimm, der kann auch schon vorher eingemixt werden, weil viel Wasser enthäl.

In Gläser abfüllen

Jetzt ist die superleckere Kombination fertig und am besten lässt Du das ganze im Kühlschrank für 2 bis 3 Stunden ziehen, bevor Du Deine Familie mit diesem leckeren veganen Frischkäse überraschst.
Am besten schmeckt das ganze natürlich auf frisch gebackenem Brot, aber auch als Zutat zu Pellkartoffeln, als Dip oder mit Wasser verlängert als Salatsosse (statt das Glas auszuwaschen) macht sich dieser vegane Cashew-Paprika/ Frisch-Käse/ Rote Bete Merrettich Aufstrich perfekt.

Beginne bei Schritt 1

Spätestens jetzt solltest Du wieder einen neuen Ansatz machen, denn vergiss nicht, es dauert ca. 2 Wochen bis die Nüsse weich und sauer sind.

was sagen andere?

„Mit Martin wird das Fermentieren zur absoluten Leichtigkeit – inzwischen machen wir selber regelmäßig Sauerkraut. Bald will ich auch mit anderem Gemüse experimentieren!“

Joy

Mutter von 4 Kindern, Oldenburg

„Ich möchte Dir ganz herzlich dafür danken, dass Du mir mit dem Fermentierabend die Scheu vorm Fermentieren genommen hast. Und nicht nur dass. Du hast richtig Lust gemacht darauf. Denn ich liebe es, wenn es einfach ist. 
Bin gespannt auf das erste Ergebnis und darauf, was ich noch alles probiere.
Herzensdank aus dem Allgäu.“

Uwe

aus dem Allgäu

Meine Liebste mag Senf

Senf in solchen Mengen, dass Sie zum Geburtstag einen 2,5 kg Eimer geschenkt bekommen hat, der dann 2 Wochen später alle war. Das war aber vor meiner Zeit.

Rezept Senf fermentieren

Von mir hat sie dann, als ich Sie kennengelernt habe, Senf-Samen geschenkt bekommen; ich dachte mir, bei einem so großen Bedarf an Senf, ist es besser, ihn vor dem Verzehr erst einmal zu vermehren, das geht ja schliesslich ins Geld. Und dann einfach die Samen einweichen, fein mixen, Essig und Salz dazu und fertig ist der Senf. Schmeckt lecker und ist einfach, zwei Grundvoraussetzungen für Rezepte, die ich immer wieder gerne mache!

Es lässt sich fast alles fermentieren

Meine Begeisterung zur Fermentation hat mich seit einiger Zeit dazu gebracht, die (essbaren) Dinge in einem anderen Licht zu betrachten. Und zwar, ob man sie nicht nur selber machen, sondern auch noch selber fermentieren kann. Und natürlich lautet nicht nur hier die Antwort: Ja, klar geht das.

Die Kooperation mit den milchsauren Bakterien empfinde ich als sehr produktiv und effektiv. Selten lassen Sie mich im Stich, und meistens werde ich vom Ergebnis positiv überrascht.
Oft werden unangenehme Geschmacksrichtungen eliminiert und es bleibt die Essenz übrig. Das, was eine Rote Bete oder eine Paprika ausmacht, bekommt man durchs Kochen, Braten oder Dörren nicht so hin, wie durchs Fermentieren. Es wird immer weniger von dem ursprünglichen. Gerade gestern habe ich wieder einen Rote Bete Salat in einem Restaurant gegessen, der hat so etwas erdiges, schweres, als ob der nicht richtig abgewaschen wurde. Was natürlich nicht der Fall ist. So ist es kein Wunder, dass die Rote Bete so ein verkümmertes Dasein in den Küchen und Restaurants Deutschlands fristet. Aber die Fermentation veredelt und verwandelt die Ausgangsprodukte und lässt sie in meinen Augen in strahlendem Glanz erscheinen.

Leider funktioniert das nicht ganz so gut beim Senf. Ich mache mir aus dem Geruch des milchsauren Senfes nicht so viel und esse ihn trotzdem sehr gerne. Er ist scharf, schmeckt natürlich nach dem altbekannten Senf und hat aber trotz dem gewöhnungsbedürftigen Geruch einen leckeren Geschmack.
Ich habe es mir so zusammengereimt: Käse riecht ja auch manchmal komisch, was aber nicht bedeutet, dass er im Mund dann nicht mehr schmeckt.
Von einem Spezialisten auf dem Gebiet der Fermentation habe ich den Tipp bekommen, 4 Wochen lang zu fermentieren, aber es hat nichts geholfen. Denn ich fände es schöner, wenn er nicht nur gut schmeckt, sondern auch besser riecht.
Denn meine Liebste mag keinen Senf mehr.

Update zur Herstellung von leckerem Senf:

Dank Olaf Schnelle (siehe Kommentare) gibt es hier nun eine Anleitung, die Erfolg verspricht:

Moin Martin, da Du mich oben als Experten nennst, will ich mit Dir meine Erkenntnisse teilen, die ich mittlerweile erzielen konnte. Meine Senfe gar nun keinerlei Pupsgeruch mehr. Sie sind nach spätestens 3 Wochen fertig zum Genuss. Und “Genuss” ist dann auch das richtige Wort für das Gesamterlebnis ;-).
Es gibt drei Faktoren, die das Ergebnis in die gewünschte Richtung bringen:
– Senf ist bei mir das einzige Ferment, dass ich mit einer Starterkultur versehe. Meist nehme ich die Flüssigkeit, die beim Fermentieren meiner Chilis übrig bleibt. Damit beuge ich auch etwas dem Schärfeverlust vor, der mit der Fermentation scheinbar immer einher geht.

– Dann kommt es auf die Sorte an! Ich verwende vom Gelbsenf (eigentlich ja Weißer Senf) die Sorte ‘Zlata’.

– Und ich füge der Senfmasse Honig oder braunen Rohrzucker zu, damit diese Kohlenhydrate die Bakterien schön in Schwung bringen. Von der Süße ist nach der Fermentation dann nichts mehr zu spüren.

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Und hier nun mein Rezept für die Herstellung von Senf, milchsauer fermentiert:

Zutaten:

  • Senf
  • Meersalz
  • reines Wasser (abgekocht oder gefiltert)

Zubereitung:

  • Senf zu 2/3 in ein Glas füllen
  • mit Wasser auffüllen
  • Salz hinzufügen: 2% auf den Glasinhalt, also auf ein 500 ml Glas 10 g Salz (Salzrechner)
  • Deckel schliessen, bei Zimmertemperatur aufbewahren und blubbern lassen
  • nach mindestens 2 Wochen können die Körner mit dem Wasser mit einem Pürierstab gemixt werden und in kleine Gläser abgefüllt werden
  • noch 2 Tage ins Kühle stellen und dann geniessen!

Zitronen werden noch leckerer, wenn Du sie salzig einlegst (aus Marokko)

Bei einem Besuch auf der Sonneninsel Ibiza hat unsere dort ansässige Bekannte gesagt, sie weiss gar nicht wohin mit den ganzen Zitronen, die jedes Jahr vom Baum fallen und nicht gebraucht werden. Und was für leckere Zitronen!
Das ist kein Vergleich zu den gelben Früchtchen, die hier bei uns im Bioladen oder anderswo zum Kauf angeboten werden, egal ob organisch gewachsen oder nicht. Aber wem sag ich das…
Ich habe Ihr jedenfalls ein Rezept mitgebracht, das die Zitronen lange haltbar macht und noch einmal ein besonders leckeres Aroma produziert, das jedem Rohkost-Salat einen besonderen Kick gibt und schon bei vielen Verkostungen einen WOW-Effekt erzeugt hat.
Eine hier ansässige Bekannte, der ich ebenfalls davon zu kosten gab, leuchteten plötzlich die Augen und sie erinnerte sich an ein Rezept der Großmutter aus Kindheitszeiten:
In Stavenhagen in Mecklenburg hat Ihre Oma einen Zitronenbaum gehegt und gepflegt. Der stand natürlich nicht in freier Natur, sondern in einem Gewächshaus, dass im Frühjahr täglich mit einem Ofen beheizt wurde und eine mediterrane Ernte im Herbst versprach. Ich weiss nicht, woher besagte Großmutter das Rezept für „in Salz eingelegte marokkanische Zitronen“ hat, aber irgendwie scheint es den Weg in den hohen Norden gefunden zu haben. Wie, das ist wieder eine andere Geschichte.

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Also bringt statt Souvenirs lieber saure Zitronen vom Baum aus dem Urlaub mit, da habt Ihr ein ganzes Jahr was von und lindert die Zitronenverschwendung in Südeuropa…

Zitronen salzig eingelegt- Rezept

Benötigt werden: viele Zitronen, Zimtstangen, Olivenöl und Salz.

Die Zitronen werden in Vierteln angeschnitten und mit Salz gefüllt und in ein Weckglas geschichtet, verdichtet und ab und zu eine Zimtstange dazugelegt. Nachdem das Glas gefüllt ist, werden die restlichen Zitronen ausgequetscht und die salzigen Zitronen werden mit Zitronensaft übergossen. Zum Schluss wird das ganze noch mit Olivenöl abgedeckt.
Dann wird das Glas für mindestens 2 Monate ins Warme gestellt. Dann ins Kühle stellen und Zitronen nach Bedarf entnehmen. Dabei reicht eine Achtel Zitrone für eine normale Salatschüssel.

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