Fermentierten Frischkäse selber herstellen aus Cashew-Kernen

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Wie kann ich leckeren veganen Frischkäse herstellen? Wenn Du Dir diese Frage gestellt hast, wirst Du hier ein passendes Rezept finden.

Fermentiertes Gemüse ist, wie Sauerkraut oder Kimchi, nur eine Möglichkeit, seinen Darm mit milchsauren Bakterien zu versorgen und dein zweites Gehirn mit ordentlichem Futter zu versorgen. Es gibt noch einige andere Möglichkeiten, die sehr gut schmecken und eine davon ist dieser Frischkäse aus Cashew Kernen mit Paprika.
Zum Abendbrot gibt es bei uns regelmässig fermentierte Aufstriche, wie zum Beispiel diesen Rote-Bete-Meerrettich oder Senf, aber zur Zeit ist das hier der absolute Knaller:

Cashew-Frischkäse selber herstellen

Es ist ein veganer Aufstrich mit nur zwei Hauptzutaten, nämlich den Cashewkernen und fermentierten Paprika.
Die Cashewkerne fülle ich in ein Bügel-Glas mit 1 Liter Fassungsvermögen, achte darauf, dass noch 2 Finger breit bis zum Gummi sind, füge knapp 20  Gramm Salz hinzu, und fülle es mit Wasser auf. Wenn Du eine andere Menge zubereitest, kannst Du Dir hier mit meinem Salzrechner die richtige Salzmenge berechnen lassen. Dann lasse ich das Glas mindestens 1 Woche stehen, bis es sauer riecht und keine Blasen mehr aufsteigen. Nach zwei Wochen wird es nicht mehr saurer. Manchmal lasse ich das Glas mit den eingeweichten Cashewkerne auch lönger stehen, weil ich nicht eher dazu komme, sie zu verarbeiten. Ich nehme dazu Cashewbits, also kleine Krümel von Cashewkernen. Sie sind günstiger, die normalen Kerne gehen aber auch.

Keine Abdeckung

Im Gegensatz zu Sauerkraut lasse ich die Cashewbits ohne eine sie bedeckende Lake gären, den Grund dafür erfährst Du weiter unten. Die Konsistenz wird dann so sein, dass die Cashew-Masse klebrig vom Löffel fällt. Je länger Du die Cashews reifen lässt, umso saurer wird der Geschmack. Allerdings tritt nach ca. 2 Wochen die maximale Säure ein. Dann verändert sich nichts mehr und die Mischung hat für mich einen einen idealen Geschmack. Beim Gedanken daran läuft mir schon das Wasser im Mund zusammen.
Dazu kommen 2 Esslöffel fermentierte Paprika (wie Gemüse generell fermentiert wird, kannst Du hier nachlesen) und ab damit in den Standmixer. Wenn Du keinen fermentierten Paprika angesetzt hast, findest Du ganz am Ende des Rezepts eine ebenso leckere Alternative. Wenn noch viel Flüssigkeit bei den Cashews übrig ist, dann giesse sie ab, und stelle sie beiseite. Beim Mixen kannst Du die Flüssigkeit wieder hinzugeben, falls die Konsistenz des Frischkäses zu dick ist.

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Ab in den Mixer

Jetzt musst Du ein bisschen aufpassen, dass alles schön cremig gemixt wird, denn durch die eher dicke Konsistenz fällt die Frischkäsemasse nicht so einfach ins Messer. Also nur kurz den Mixer anmachen, mit der Hand von unten an den Mixer klopfen und wieder den Mixer an. Das machst Du ein paar Mal, solange bis alles homogen vermischt ist. Alternativ nimmst Du den Stopfer oder giesst noch ein wenig Wasser hinterher. Wichtig ist ein kraftvoller Standmixer, denn hier braucht er ordentlich Power.

Ganz wichtig: Knoblauch!

Optional kannst Du noch ein wenig nachsalzen, eine Zehe Knoblauch dazugeben oder eine leckere Schärfe durch fermentierte Chillieschoten erzeugen. Allerdings ist es nicht ratsam, nochmal unfermentierte Cashewkerne dazuzugeben, sonst bekommen die Bakterien wieder Hunger. Die Fermentation geht dann wieder von vorne los und es fängt in Deinem Frischkäse mächtig an zu blubbern.
Wenn die Masse also schön cremig und fast fertig ist, gebe ich noch einmal einen Esslöffel fermentierte Paprika dazu und mache den Mixer noch mal ganz kurz an, damit ein paar kleine Stücke der Paprika dabei sind.
Jetzt ist die superleckere Kombination fertig und am besten lässt Du das ganze im Kühlschrank für 2 bis 3 Stunden ziehen, bevor Du Deine Familie mit diesem leckeren veganen Frischkäse überraschst.

Am besten schmeckt das ganze natürlich auf frisch gebackenem Brot, aber auch als Zutat zu Pellkartoffeln, als Dip oder mit Wasser verlängert als Salatsosse macht sich dieser vegane Cashew-Paprika Aufstrich perfekt.

Leckere Alternative mit Dill

Wenn kein Paprika zur Hand ist, dann probiere diese Variante:
statt der Paprika fügst Du zur Cashewmasse ein bis zwei Zehen Knoblauch, 2 EL Dill oder tiefgefrorene Kräuter und noch ein wenig Salz dazu. Bei uns ist ein knappes Kilo meist nach drei Tagen alle. Wir lieben ihn!!!
Wir sind allerdings auch zu sechst 😉

Hast Du selber schon experimentiert und kannst mir eine Empfehlung geben, was ich unbedingt mal statt Dill oder Paprika ausprobieren muss? Dann her damit und ab in die Kommentare!

Fermentier Martin
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20 Kommentare

  1. Merle Rautenberg on

    Hallo 🙂 Ich habe gerade deine Seite entdeckt, weil ich auf der Suche nach einer Lösung zu meinem Problem bin: Und zwar habe ich auch versucht Cashewkäse zu machen, der mir dann aber (weil ja keine Lake da war) verschimmelt ist. Ich habe allerdings im Gegensatz zu dir, eingeweichte Cashews mit schon einer Lake von vorher fermentiertem Gemüse genommen, alles gemixt und dann stehen lassen. Du machst es ja anscheinend umgekehrt, also erst die Cashews unpüriert fermentieren lassen (richtig?). Aber ich frage mich wie das gehen soll.
    Cashewkerne die man so kaufen kann (zb auch gesalzen) fermentieren ja auch nicht vor sich hin. Habe ich gerade einen Denkfehler drin?
    Wäre schön, wenn du mir vllt ne Antwort geben könntest, denn ich finde das ganze Thema Fermentation höchst spannend!

    Lieben Gruß,

    Merle

    • Hallo Merle,
      vielen Dank für Deinen Kommentar.
      Ich nutze ungesalzene Cashewbits, auch Cashewbruch genannt. Ungefähr so klein wie gehackte Haselnüsse. Dies habe ich vom Naturkostgroßhandel Bode in Hamburg in einer großen Tüte besorgt. Wir nutzen die auch für den Milchkaffee, um einen schönen Schaum zu erzeugen, zur Eisherstellung und für einige andere Sachen.
      Ich hoffe, ich konnte Dir helfen!

  2. Danke für die Anregung. Ich würde das gerne auch ausprobieren. Kannst Du bitte sagen, wieviel Gramm Cashewkerne Du verwendest? Oder andersherum, wieviel Prozent Salz?
    Danke 😊

    • Liebe Silke,
      der Salzanteil beträgt bei mir normalerweise um die 2% herum, beim Frischkäse Mixen mache ich allerdings nochmal so viel Salz dazu. Das heisst bei einem Glas Inhalt von 500 Gramm füge ich 10 Gramm Salz hinzu. Wieviel Cashewkerne in ein Glas passen, hängt von der Größe der Kerne ab. Von den ganz kleinen Kernen (Babybits) passt mehr in ein Glas als von den Jumbonüssen.
      Ich hoffe, das war verständlich?!

    • Hallo Jonas,
      Du kannst vielleicht den Paprika in den Cashewkernen fermentieren, allerdings ist er dann vielleicht nicht ganz durch, denn die Cashewkerne sind schneller fermentiert. Probier es aber mal aus und berichte über Deine Erfahrungen!

  3. Hallo,
    hab ich die Anweisungen richtig verstanden: du tust nur die Cashewkerne kleingehackt und Salz ohne jegliche Flüssigkeit in ein Glas zum fermentieren? Wie soll das funktionieren? Die Kerne sind doch trocken und mit Salz zusammen passiert da doch eher wenig???
    VG
    Katharina

    • Hallo Katharina, ich habe den Beitrag korrigiert: Es fehlte in der Tat das Wasser! Vielen Dank dafür und frohes Fermentieren!

  4. Hallo,
    kannst Du bitte noch einmal erklären, warum Du die Cashwes nicht mit einer Salzlake bedeckst? Oder habe ich irgendwo etwas überlesen?
    Fermentierst Du die Cashews bei Razumtemperatur?

    Viele Grüße
    Oliver

    • Hallo Oliver,
      entgegen der üblichen Art, eine Beschwerung ins Glas zu legen, damit das Gärgut unter der Lake ist, habe ich die Cashewkerne beim allerersten Mal nicht beschwert und siehe da, es hat trotzdem funktioniert. Da ich gerne Sachen einfach halte, bin ich dabei geblieben. Das alles wird bei Raumtemperatur fermentiert und schmeckt allen sehr lecker. Letztens habe ich meinen Schwiegerpapa dabei erwischt, wie er kurz vorm Schlafengehen noch den Mixbehälter ausgeschleckt hat. 😉

      • Hallo Toni,

        alles klar, dann probiere ich das so auch einmal.
        Da das bei Euch immer schnell gegessen wird, hast Du vermutlich keine oder wenig Erfahrung mit der Haltbarkeit, oder?

  5. Hallo,
    ich hab da auch noch sone Frage. Bin recht neu beim fementieren und noch geht so einiges schief bei mir..
    also die Cashwes selbst können ohne Salzlage bedeckt fermentieren. Muss ich das Glas selbst aber luftdicht verschließen oder reicht es wenn ich es mit einem Seihtuch bedecke??
    Vielen Dank im vorraus!!
    Sonnigste Grüße
    Eva

    • Hallo Eva,
      ich habe ein Glas mit Schnappverschluss, dass ich für die Fermentation der Cashewnüsse benutze. Dort lasse ich sie luftdicht stehen. Mit der Abdeckung eines Tuches habe ich keine Erfahrungen. Wenn Du es probieren möchtest, dann wäre es schön, wenn Du Deine Erfahrungen hier teilst, damit wir alle daran teilhaben können.
      Ich schicke Dir ebenfalls sonnige Grüße aus Andalusien!

  6. Oh vielen lieben Dank für deine schnelle Antwort!!
    Die Cashews fermentieren nun seid 4 Tagen fröhlich vor sich hin. Nach und nach sind bewegen sie sich alle nach oben und inzwischen schwebt der Großteil an der oberen Wasserschicht. Unten im Glas bilden sich nun so lilane Fussel. Das hab ich noch nie gesehen.. ist dir sowas schonmal passiert?
    Schimmel kann es ja eigentlich nicht sein, da es nicht mit Sauerstoff in Kontakt kommt…
    liebe grüße

    • Liebe Eva,
      ich fermentiere so, dass ich das Glas mit den Cashewkernen fast bis oben hin fülle, wie baum normalen Sauerkraut. Dann giesse ich das Wasser auf, so dass die Kerne knapp bedeckt sind. Dann mache ich das entsprechende Salz darauf. Wenn das Ganze dann eine Weile steht, nehmen die Kerne das Wasser auf und der Wasserspiegel fällt, so dass die oberen Kerne nicht mehr im Wasser sind. Wobei Wasser jetzt nicht mehr ganz stimmt, denn es ist jetzt eine milchige Lake geworden. Sowas wie bei Dir beschrieben, ist mir noch nicht vorgekommen, weil die Kerne bei mir nicht im Wasser schwimmen. Gerade heute habe ich Glas entleert und auf Deinen Kommentar hin nochmal ganz genau geschaut, und siehe da, ich habe einen Punkt entdeckt, der eine violette Farbe hat. Den habe ich gekostet, aber er hat nicht muffig oder schimmlig geschmeckt.
      Und es stimmt, dass es Schimmel nicht sein kann, weil der bildet sich wenn, dann auf der obersten Schicht. Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen.
      Beste Grüße vom https://www.facebook.com/fermentier.martin/

      • Hallo Toni,

        d.h. Du vermischt das Salz gar nicht mit den Cashews, sondern es liegt quasi oben auf? Oder schüttelst Du alles noch einmal durch?

        Viele Grüße
        Oliver

        • Wie schon mal oben erwähnt, halte ich es gerne einfach. Und deswegen giesse ich die Cashewkerne mit Wasser auf und mache danach das Salz drauf. Kein Schütteln, sonst verschmutze ich nur den obersten Rand und den Deckel von innen. Eventuell ist es auch von Vorteil, oben mehr Salz zu haben, um die Gefahr der Schimmelbildung zu minimieren.

    • Na klar kannst Du es probieren, ich habe Erfahrungen mit Mandeln, Haselnüssen und Walnüssen gemacht. Keine der Sorten ist allerdings an den Geschmack der Cashews herangeraten. Allerdings wäre ich sehr froh, wenn es auch eine einheimische Möglichkeit geben würde. Also berichte mal, wie es ausgegangen ist. Liebe Grüße

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